Ratgeber Kollagenose

Informationen für Betroffene und Interessierte

Wissenswertes über eine Kollagenose

Verlauf einer Kollagenose

Der Verlauf einer Kollagenose ist schwer vorherzusagen, da die Krankheit in der Regel in Schüben verläuft. Es ist nicht absehbar, ob es für den Betroffenen zu einer längeren Phase verhältnismäßiger Ruhe kommt oder ob demnächst ein oder mehrere Krankheitsschübe auftreten werden. Diagnose und Behandlung der Kollagenose müssen auf diesen wechselhaften Krankheitsverlauf eingestellt werden. Deshalb ist eine Langzeitbetreuung der von einer Kollagenose Betroffenen unerlässlich. Die Stärke der eingesetzten Therapie muss immer an die gerade vorliegende Stärke der Kollagenose angepasst werden. Ähnliches gilt für die Kontrollintervalle beim Arzt – je aktiver die Kollagenose gerade ist, umso kürzer müssen die Intervalle sein.

Risikofaktoren für die Entstehung einer Kollagenose

Generell wird für eine Kollagenose eine genetische Prädisposition, also eine erbliche Komponente, die die Entstehung der Krankheit begünstigt, diskutiert. Es konnte für Kollagenosen nachgewiesen werden, dass Menschen mit bestimmten Formen von Proteinen für die Immunerkennung auf der Oberfläche ihrer Immunzellen ein dreimal höheres Risiko für die Entstehung einer Kollagenose haben. Dies sind die Formen HLA-DR-2 und HLA-DR-3 des Haupthistokompatibilitätskomplexes.

Als weitere Risikofakten für die Entstehung einer Kollagenose werden die Einnahme der Anti-Baby-Pille und anderer Medikamente diskutiert. Zudem gibt es eine Reihe von Hinweisen, dass bestimmte Virusinfektionen das Erkrankungsrisiko für bestimmte Kollagenoseformen erhöhen.

Der größte Risikofaktor, der zudem auch nicht beeinflusst werden kann, ist das Geschlecht. Frauen erkranken häufiger an einer Kollagenose als Männer.

Die Häufigkeiten der verschiedener Formen einer Kollagenose

Der Systemische Lupus Erythematodes trifft überwiegend junge Frauen – in 90 % der Fälle sind die Betroffenen weiblichen Geschlechts und erkranken zwischen dem 25. und 30. Lebensjahr. In Mitteleuropa sind etwa 5 von 10.000 Einwohnern an einem Systemischen Lupus Erythematodes erkrankt.

Auch von einem Sjögren-Syndrom sind zu 90 % Frauen betroffen. Es stellt dabei die häufigste Form einer Kollagenose dar und zählt zu den häufigen Formen der Autoimmunerkrankungen. Die Polymyositis hingegen zählt zu den seltenen Krankheiten, an denen Frauen etwa doppelt so häufig erkranken wie Männer. Für eine Dermatomyositis sind keine genauen Zahlen bekannt, sie tritt aber ebenfalls verstärkt bei Frauen auf.

An einer Sklerodermie ist in Mitteleuropa etwa einer von 100.000 Menschen erkrankt. Auch für diese Form der Kollagenose gilt, dass Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Für ein Anti-Phospholipid-Syndrom sind etwa 3 % der Bevölkerung durch Nachweis von Autoantikörpern im Blut positiv, 40 % davon entwickeln im Laufe ihres Lebens Krankheitssymptome. Für das CREST-Syndrom sind keine separaten Zahlen bekannt, es wird in den meisten Studien zur Gruppe der Sklerodermien gezählt und nicht separat betrachtet. Auch für eine Mischkollagenose liegen keine separaten Zahlen vor.

Lydia Köper

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