Ratgeber Kollagenose

Informationen für Betroffene und Interessierte

Therapie einer Kollagenose

Da eine Kollagenose prinzipiell alle Organe des Körpers betreffen kann, ist es wichtig, möglichst rasch mit einer Therapie zu beginnen. Besonders gefährlich wird eine Kollagenose dann, wenn lebensnotwendige innere Organe wie beispielsweise die Niere oder die Lunge vom eigenen Immunsystem angegriffen werden, oder das Nervensystem oder die Augen. Weniger gefährlich, wenn aber auch im Einzelfall meist sehr unangenehm, sind Gelenkentzündungen oder ein Hautbefall bei einer Kollagenose.

Kollagenosen sind wie alle Autoimmunerkrankungen bis heute nicht heilbar. Die Therapie einer Kollagenose zielt daher darauf ab, weitere Schäden zu vermeiden oder diese so weit wie möglich zu minimieren. Dazu werden bei einer Kollagenose Medikamente eingesetzt, die das Immunsystem generell in seiner Funktion unterdrücken – und damit auch in seiner schädlichen Wirkung gegen den eigenen Körper.

Kortison bei der Therapie einer Kollagenose

Direkt nach der Diagnose einer Kollagenose wird in der Regel Kortison verabreicht. Dadurch klingen durch die Kollagenose verursachte Entzündungen meistens, abhängig von der eingesetzten Dosis, innerhalb weniger Tage ab. In der Anfangsphase reichen manchmal Dosen von 5 oder 10 mg täglich aus, die Notwendigkeit einer Dosis von mehr 100 mg pro Tag besteht in seltenen Fällen. Sobald eine wirksame Dosis zur Therapie der Kollagenose gefunden wurde und die Entzündungen zurückgehen, wird das Kortison in der Regel langsam reduziert.

Langfristiges Ziel der Therapie einer Kollagenose ist es, aufgrund der starken Nebenwirkungen möglichst ohne Kortison auszukommen. Daher werden Kollagenosen vorwiegend mit Medikamenten der sogenannten Basistherapie behandelt, die erst nach einer Anlaufzeit von 2 bis 3 Monaten Wirkung zeigen und ihr Maximum ab etwa einem halben Jahr der Einnahme erreichen. Um also eine sofortige Wirkung zu erzielen und die Zeit zu überbrücken, bis das Immunsystem von den Medikamenten der Basistherapie ausreichend eingeschränkt wird, ist bei einer Kollagenose eine Therapie mit Kortison angezeigt. In der Übergangszeit werden dabei die Kortisondosen reduziert.

Basistherapie eine Kollagenose

Zur Basistherapie einer Kollagenose zählen verschiedene Wirkstoffe, mit denen in Bezug auf entzündlich-rheumatische und immunologische Erkrankungen gute Resultate erzielt wurden. Dazu zählen z. B. Methotrexat, Ciclosporin und Azathioprin.

Diese Substanzen, die das Immunsystem einschränken und damit auch die Kollagenose unterdrücken, haben Nebenwirkungen. Die generelle Suppression des Immunsystems macht die Betroffenen einer Kollagenose auch anfälliger für Krankheiten, da das Immunsystem auch in seiner Funktion der Verteidigung des Organismus gegen eindringende Erreger und die Entfernung möglicherweise entstehender Krebszellen eingeschränkt ist.

Weitere Therapiemöglichkeiten

Spezifisch bei bestimmten Kollagenoseformen auftretende Symptome können ebenfalls behandelt werden. So kann beispielsweise trockenen Augen durch die Verwendung einer künstlichen Tränenflüssigkeit entgegengewirkt werden oder einer auftretenden Lichtempfindlichkeit durch die Verwendung von Sonnencremes mit entsprechend hohem Lichtschutzfaktor.

Lydia Köper

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